Vereinschronik

Als 1950 ein Sportverein im Wormser Norden ins Leben gerufen wurde, nahm dies die Öffentlichkeit eher mit Skepsis zur Kenntnis. Die Gründung des ASV Nibelungen wurde belächelt und dem jungen Verein keine große Überlebenschance gegeben. Es solchen Spöttern zu zeigen, war das Hauptziel von Vorstand und Mannschaft. Ein Rückblick auf die Vereinsgeschichte zeigt, dass sich der Verein sehr schnell etablieren konnte.

Bereits die 50er Jahre waren von Erfolgen gekennzeichnet und der Verein entwickelte sich kontinuierlich zu einer festen Größe im Wormser Fußball:

1951: Meisterschaft in der C-Klasse mit Aufstieg in die B-Klasse Worms
1952: Meisterschaft in der B-Klasse mit Aufstieg in die A-Klasse Rheinhessen-Süd
1953: Pokalsieger
1955: Aufstieg in die II. Amateurliga Rheinhessen
1959: nach Abstieg 1957 in die A-Klasse erneut Pokalsieger der A-Klasse Süd

Die 60er Jahre galten eher der Konsolidierung. Die 1. Mannschaft mit Spielern wie Drackert, Roß, Renkel war zumeist in der Spitzengruppe der A-Klasse heimisch, die 2. Mannschaft erreichte von 1961 bis 1966 viermal den 1. Platz. Die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts brachte mit den Rückkehrern Strebel, Engel und Koch den Aufbau einer schlagkräftigen 1. Mannschaft, die sich 1967 in einer überragender Runde als Start-/Ziel-Tabellenführer und souveräner Meister in der II. Amateurliga zurückmeldete, wo ihr in der folgenden Runde als Neuling fast der nächste Aufstieg geglückt wäre, hätte nicht großes Veretzungspech die Mannschaft auf der Zielgeraden noch gestoppt. Den Stellenwert des ASV Nibelungen konnte man in diesen Jahren auch an der Gestellung von gleich 4 Spielern (Ams, Engel, Sohn und Strebel) für die Kreisauswahl ablesen.

In den 70er Jahren hatte sich der Verein zunächst mehr oder weniger um den Klassenerhalt zu sorgen. Dabei gelangen 70/71 und 73/74 sensationelle Aufholjagden, in denen der ASV Nibelungen sein glänzendes Stehvermögen unter Beweis zu stellen wusste. 1974 war auch das Jahr, in dem man erstmals in einem dramatischen Finale mit einem hartumkämpften 4:3-Sieg gegen die TSG Pfeddersheim den Horst-Emmel-Pokal erringen konnte, was damals noch die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeutete. Hier blieb diese Überraschungself nur unglücklich auf der Strecke und unterlag dem klassenhöheren Ludwigshafener SC erst nach Verlängerung im 11-m-Schießen. 1971 wurde der ASV zudem Wormser Stadtmeister. Diesen Wettbewerb, der seit 1954 geruht hatte, hatte der Verein 1968 wieder ins Leben gerufen.

Die zweite Hälfte der 70er Jahre sah die ASV-Mannschaft stets im Vorderfeld der Bezirksliga. Die seit Jahren eingespielte Mannschaft wurde durch K.H. Hendrich wirkungsvoll ergänzt und man wollte den 79/80 den Aufstieg in die Verbandsliga. Doch ein Aderlaß von 7 Stammspielern, die den Verein erstmals erkennen ließ, dass das „große Geld" auch im Amateur-Fußball immer ausschlaggebender wurde, leiß im Gegenteil diese Runde zu einer Zittersaison werden, und nur den letzten Einsatz der „Verbliebenen" war es zu verdanken, dass der Abstieg vermieden werden konnte. 1977 und 1978 wurden die Nibelungen zum 2. und 3. Mal Stadtmeister.
Auch auf einem anderen Gebiet hatte der Verein einen großen Erfolg: 1972 wurde endlich die lang ersehnte Sportanlage an der Denzenmühle eingeweiht.

Das vierte Jahrzent darf man als das sportlich erfolgreichste in der Vereinsgeschichte bezeichnen. Mehrfach wurde der Verein Stadtmeister und ist heute Rekordhalter. Den bis dahin größten sportlichen Erfolg bedeutete jedoch die Meisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsliga Südwest im Jahre 1986. Trotz 5 Absteigern wusste die Mannschaft in der ersten Saison in der neuen hochklassigen Umgebung (zweithöchste Amateurklasse!) die Klasse zu halten. Ein Jahr später waren es nur sehr unglückliche Umstände, die den Abstieg besiegelten, denn im Entscheidungsspiel gegen Grünstadt kassierte die Mannschaft den Ausgleich erst in der Nachspielzeit, um dann demoralisiert noch 5:2 zu unterlegen. Doch ein Jahr später war der ASV Nibelungen wieder da, nachdem er im Jahr nach dem Abstieg souverän Meister der Bezirksliga wurde und in zwei denkwürdigen Aufstiegsspielen gegen Oggersheim und Rheinzabern die neugeschaffene Landesliga überspringen konnte. Zusätzlich wurde die neugegründete 1b Meister der C-Klasse und stieg in die B-Klasse auf.

Aber auch auf anderem Gebiet zeigte der ASV Nibelungen große Nehmerqualitäten. Als am 2.1.1985 das Vereinsheim an der Mainzer Straße - die so sehr geliebte „Hitt" - abbrannte, stand der Verein plötzlich vor dem Nichts! Doch nach 14 Monaten voller Improvisation erhielt man endlich die Baugenehmigung für ein neues Vereinsheim, das in nur 7 Monate unter der Leitung von D. Klag erstellt wurde und weit und breit seinesgleichen sucht! Die integrierten Kegelbahnen entwickelten sich dabei zu einem finanziellen Standbein für den nun schuldengeplagten Verein.

Das 5. Jahrzehnt stand daher auch ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Konsolidierung und der Verein konnte sich wieder als finanziell kerngesund präsentieren. Damit einhergehend konnte sich die Sportanlage weiter zu einem Schmuckstück entwickeln, denn 1994 und 1996 konnte die Kegelanlage auf 10 Bahnen erweitert und neue Umkleide- und Duschanlagen geschaffen werden. 1999 brachte mit dem Neubau eines 2. Platzes und der Umwandlung des Hauptspielfeldes in eine Rasenanlage die Abrundung der sportlichen Rahmenbedingungen. Die Denzenmühle ist nun ein Aushängeschild unter den Wormser Sporteinrichtungen.

Unter diesem finanziellen Kraftakt musste der sportliche Erfolg etwas leiden. Allerdings hielt sich die 1. Mannschaft nach dem erneuten Abstieg aus der Landesliga kontinuierlich in der Bezirksliga zumeist im Vorderfeld, freilich ohne größere Ambitionen nach oben, den die Politik der überhöhten Spielergehälter wollte und konnte man einfach nicht mitmachen. Sos wurde der Verein 1990 Stadtmeister und nur eine weitere neugegründete 1b konnte einen Meistertitel in der C-Klasse erringen.

Nach der 50-Jahr-Feier im Jahr 2000, gestaltete sich der sportliche Erfolg im neuen Jahrtausend wie eine Achterbahn-Fahrt. In den ersten beiden Jahren belegte man Plätze im oberen Tabellendrittel. In der Saison 2002/2003 konnte man erstmals wieder vom Aufstieg in die Landesliga träumen. Zunächst sicherte man sich durch einen 3:1-Sieg gegen Horchheim den Gewinn der Stadtmeisterschaft. In der Bezirksliga-Saison hatte der ASV Nibelungen bis zum letzten Spieltag die Chance auf den 2. Tabellen- und somit den Relegationsplatz um die Aufstiegsspiele in die Landesliga. Trotz eines 4:0 Auswärtssieges am letzten Spieltag in Budenheim konnte man diese Chance nicht verwirklichen und blieb zum Schluss einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten TV Lonsheim, da dieser sein abgebrochenes Spiel bei Croatia Mainz für sich gewertet bekam. Die beiden darauffolgenden Jahre waren die sportlich schwierigsten der jüngeren Vereinsgeschichte. Nach der Hinrunde 2003/2004, eine der schlechtesten der Vereinsgeschichte mit nur 16 Punkten und 7 Niederlagen in Folge, folgte eine der besten Rückrunden, mit 30 Punkten und nur 3 Niederlagen. Sogar der spätere Meister Lonsheim musste seine Meisterschaftsfeier um eine Woche verschieben, als sie vom ASV zu Hause mit 2:1 geschlagen wurden. Im gleichen Jahr wurde auch die A-Jugend Meister der Bezirksklasse Rheinhessen Süd und sicherte sich somit den Aufstieg in die Bezirksliga Rheinhessen. In einem denkwürdigen Entscheidungsspiel bezwang sie die Jugend des SV Türkgücü mit 5:0 und ließ ihrem Gegner in diesem Spiel keine Chance. Im darauffolgenden Jahr sollte die 1. Mannschaft noch länger in den Abstiegskampf involviert sein. Nach einer ebenfalls schwachen Vorrunde und einem etwas besseren Rückrundenstart, sah es nach den Niederlagen gegen Mitkonkurrent Fiamitalia Mainz (3:4) und den späteren Meister RWO Alzey (1:9) binnen 4 Tagen zunächst so aus, als müsste man zum ersten Mal 1967 wieder in die A-Klasse absteigen. Doch in einem furiosen Schlussspurt, in dem man in den letzten 4 Spielen 12 Punkte holte, konnte man sich den Klassenverbleib in der Bezirksliga sichern. Was dann in der Spielzeit 2005/2006 folgte, konnte vor der Saison keiner ahnen. Mit etlichen jungen Spielern, die 2 Jahre zuvor am Aufstieg der A-Junioren in die Bezirksliga beteiligt waren, startete der ASV mit dem Ziel Klassenerhalt in die neue Saison. Der ASV verlor die ganze Saison über nur 5 Spiele und erreichte 73 Punkte, was normalerweise für eine Meisterschaft reichen sollte. Allerdings waren 5 Niederlagen eine zu viel. Man erreichte mit 73 Punkte nur den 3. Platz, was weder Meisterschaft noch Relegation bedeutete, da Fortuna Mombach mit 85, bzw. der SV Guntersblum mit 76 (eben eine Niederlage weniger), den 1. bzw. den 2. Platz belegten.

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